Das Ziel des Projekts ist es, die queere Geschichte Braunschweigs nach 1945 umfassend wissenschaftlich aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Uns ist es gelungen, die Historikerin Dr. Kirsten Plötz für das Projekt zu gewinnen. Im ersten Schritt wurden mit 10 Personen Interviews geführt. Die ersten zwei Interviews konnten bereits aufbereitet werden und sind über die beiden folgenden Links erreichbar. Wir bedanken uns für die Förderung der Durchführung der Interviews auf der einen Seite sowie für die Aufbereitung und Veröffentlichung von zwei ausgewählten Interviews auf der anderen Seite bei den Geldgebenden.
Interviews
Zeitleiste zur Queeren Geschichte
1868-1935
1897 begründete er das "Wissenschaftlich-humanitäre Komitee", die erste Organisation für die Rechnte von Homosexuellen 1919 eröffnete er das Institut für Sexualiwissenschaft, das erste seiner Art. 1933 wurde das Institut geplündert und zerstört.
1948
Alfred Kinsey stellt sexuelle Orientierung als fließend und wandelbar dar.
Axel Axgil gründet eine der weltweit ersten Organisationen für LGBTIQ+ Rechte in Dänemark, heute "LGBT+ Danmark".
1969
In der Christopher Street in New York City befindet sich bis heute die Bar „Stonewall Inn“. Dort kam es in der Nacht zum 28. Juni 1969 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und queeren Menschen, bis heute ein Meilenstein der LGBTQIA+ Bewegung – ein Meilenstein unter vielen. Andere Aufstände, wie zum Beispiel der Compton’s Cafeteria Riot in San Francisco, sind heute weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig. Für die LGBTQIA+ Bewegung in Deutschland war Stonewall ein besonders wichtiger Anstoß.
1972
Gründung der Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig (AHB) im Freizeit- und Bildungszentrum (FBZ) vier Tage nach der Vorführung des Praunheim-Films "Nicht der Homosexuelle ist pervers …" am gleichen Ort. Der Film wurde auf Initiative des Studenten Harald Bähr alias Rosa von Braunschweig gezeigt. Die Gruppe traf sich regelmäßig im FBZ und in der Leopoldtsraße 39/40.
1975
Am 15. Juli 1975 fand die Straßenaktion der AHB im Rahmen des Films "Rosa Winkel - das ist doch schon längst vorbei", statt.
1976
Im Freizeit- und Bildungszentrum (FBZ) findet die erste öffentliche kulturelle Veranstaltung in Braunschweig mit dem schwulen Agitationstheater "Brühwarm" statt.
Vereinsgründung der "Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig" (AHB)
1978
Im Frühjahr 1978 wird das alternative Zentrum "Bambule" in der Helmstedter Straße 167 zur neuen Heimat der AHB. Unter anderem finden dort Filmvorführungen statt.
Gründung einer Regionalgruppe des "Verbands von 1974". Initiator war Adolf Blitzner. Die Gruppe "Club Albatros" gab es bis 1983/84.
1981
Der AHB trifft sich seit Ende 1981 in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) in der Pockelstraße 21.
1982
Innerhalb der AHB wird eine Jugendgruppe gegründet.
Überregionales Treffen ("Mitgliederversammlung") mit politischem Rahmenprogramm im FBZ.
1983
Aus der AHB heraus wird die Theatergruppe "Quergestreift" gegründet.
Die Homsexuelle Unigruppe Braunschweig wird von Lutz Haunert und Norbert gegründet (zuerst unter dem Namen "Uni-Lesben- Schwulengruppe". Die Gruppe trifft sich anfangs in einem Gebäude in der Konstantin-Uhde-Straße 6. Ab 1984 erfolgt der Umzug in den AStA der Technischen Universität in der Katharinenstraße 1. Die Gruppe wird eine "Arbeitsgemeinschaft der Studentenschaft".
1989
Die Jugendgruppe „Come Out“ wird von Hans-Peter Ehmke ins Leben gerufen und trifft sich in den Räumen des AStA der TU.
21.06.1989 Gründung VSE e.V. Schon 1987 wurde versucht, den Verein für sexuelle Emanzipation als Dachorganisation für schwul – lesbisch – bisexuelle Gruppen in Braunschweig zugründen. Die offizielle Gründung / Eintragung fand aber erst 1989 statt.
In der Mensa der Hochschule für bildende Künste (HBK) findet die erste Mandance statt. Die ersten beiden Veranstaltungen (11.03. und 15.07.1989) laufen unter dem Titel „Revolution’s Ball“ und werden vom schwulen Kulturprojekt First Out organisiert. Ab 1990 findet die Partyreihe zweimal im Jahr in der Mensa der TU statt und entwickelt sich zur größten „schwul-lesbischen Disco“ mit überregionalem Einzugsgebiet.
1993
Erster Hollywoodfilm über Homophobie und AIDS.
1994
Am 4. Juni 1994 wird der 1872 eingeführte Paragraph 175 aus dem Strafgesetzbuch (StGB) – endlich! – gestrichen. Die verbliebenen §§174 bis 184g unterscheiden nicht nach Geschlechtern.
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