1868-1935
1897 begründete er das "Wissenschaftlich-humanitäre Komitee", die erste Organisation für die Rechnte von Homosexuellen 1919 eröffnete er das Institut für Sexualiwissenschaft, das erste seiner Art. 1933 wurde das Institut geplündert und zerstört.
1948
Alfred Kinsey stellt sexuelle Orientierung als fließend und wandelbar dar.
Axel Axgil gründet eine der weltweit ersten Organisationen für LGBTIQ+ Rechte in Dänemark, heute "LGBT+ Danmark".
1969
"Zitat von Sylvia Rivera (1951-2002) Amerikanishce Gay-Liberation- und Transrechte-Aktivistin, die bei den Stonewall-Unruhen eine zentrale Rolle spielte."
Im Gefolge der Stonewall-Unruhen formiert sich 1969 in New York die "Gay Liberation Front" (GLF). Sie richtet sich gegen gesellschaftliche Leitbilder die sich an sozialem Geschlecht und der traditionellen Kernfamilie orientieren, und strebt die sexuelle Befreiung aller Menschen an Als erste Organisation in den USA führt sie das Wort "Gay" im Namen.
Erste Liberalisierung des Paragraphs: Maximale Freiheitsstrafe auf 5 Jahre begrenzt (vorher 10) und Einführung von Altersbegrenzungen.
In der Christopher Street in New York City befindet sich bis heute die Bar „Stonewall Inn“. Dort kam es in der Nacht zum 28. Juni 1969 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und queeren Menschen, bis heute ein Meilenstein der LGBTQIA+ Bewegung – ein Meilenstein unter vielen. Andere Aufstände, wie zum Beispiel der Compton’s Cafeteria Riot in San Francisco, sind heute weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig. Für die LGBTQIA+ Bewegung in Deutschland war Stonewall ein besonders wichtiger Anstoß.
1970
Am 28. Juni versammeln sich Menschen am "Stonewall Inn", um an den Jahrestag des Aufstands zu erinnern. Daraus entsteht der "Christopher Street Liberation Day", der mit einem Marsch in New York und einer Parade in Los Angeles begangen wird. Diese Feierlichkeiten dienen als Vorbild für weitere Pride-Märsche weltweit.
1971
Aus dem Manifest der "Gay Liberation Front"
1972
Gründung der Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig (AHB) im Freizeit- und Bildungszentrum (FBZ) vier Tage nach der Vorführung des Praunheim-Films "Nicht der Homosexuelle ist pervers …" am gleichen Ort. Der Film wurde auf Initiative des Studenten Harald Bähr alias Rosa von Braunschweig gezeigt. Die Gruppe traf sich regelmäßig im FBZ und in der Leopoldtsraße 39/40.
1973
Homosexuelle Handlungen unter Männern über 18 Jahren werden straffrei.
1974
Gründung des "Verbands von 1974" in Hamburg mit dem Ziel, eine "homosexuelle Interessenvertretung" zu gründen. Der Bundesverband wird 1992 aufgelöst.
1975
Am 15. Juli 1975 fand die Straßenaktion der AHB im Rahmen des Films "Rosa Winkel - das ist doch schon längst vorbei", statt.
1976
Im Freizeit- und Bildungszentrum (FBZ) findet die erste öffentliche kulturelle Veranstaltung in Braunschweig mit dem schwulen Agitationstheater "Brühwarm" statt.
Vereinsgründung der "Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig" (AHB)
1977
"Harvey Milk wird als erster bekennender Schwuler in Kalifornien in ein politisches Amt gewählt. Er fällt am 27.11.1978 einem Mordanschlag zum Opfer. "
1978
Im Frühjahr 1978 wird das alternative Zentrum "Bambule" in der Helmstedter Straße 167 zur neuen Heimat der AHB. Unter anderem finden dort Filmvorführungen statt.
Gründung einer Regionalgruppe des "Verbands von 1974". Initiator war Adolf Blitzner. Die Gruppe "Club Albatros" gab es bis 1983/84.
1981
Seit 1981 gehen Dykes* (engl. Slang: „Lesbe“) in Kanada und den USA am Abend vor den großen „Pride Parades“ (Christopher Street Days) auf die Straße, um den lesbischen* Anteil der LGBTQ+ Community sichtbar zu machen. Sie machen auf lesbische* Probleme aufmerksam und demonstrieren für die Themen, die speziell Lesben* wichtig sind. Sie kämpfen gegen Sexismus und stehen für Frauenrechte ein.
18. Januar 1981 Gründung des "Vereins für soziale und pädagogische Arbeit e.V." Träger des Bildungsstätte "Freies Tagungshaus Waldschlösschen"
Erste Fälle von HIV / AIDS werden aus den USA gemeldet
Der AHB trifft sich seit Ende 1981 in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) in der Pockelstraße 21.
1982
Innerhalb der AHB wird eine Jugendgruppe gegründet.
Überregionales Treffen ("Mitgliederversammlung") mit politischem Rahmenprogramm im FBZ.
1983
Aus der AHB heraus wird die Theatergruppe "Quergestreift" gegründet.
Die Homsexuelle Unigruppe Braunschweig wird von Lutz Haunert und Norbert gegründet (zuerst unter dem Namen "Uni-Lesben- Schwulengruppe". Die Gruppe trifft sich anfangs in einem Gebäude in der Konstantin-Uhde-Straße 6. Ab 1984 erfolgt der Umzug in den AStA der Technischen Universität in der Katharinenstraße 1. Die Gruppe wird eine "Arbeitsgemeinschaft der Studentenschaft".
1984
Die AHB organisiert eine Weihnachtsparty mit den Geschwister Press aus Hamburg und anschließender großer Fete der AHB in der Brunsviga.
Seit November 1984 finden zweimal im Jahr in der TU-Mensa die HUBS-Feten statt (bis November 1989).
1985
Veranstaltungsreihe der AHB und der HUBS: Ausstellung und diverse Veranstaltungen im Begleitprogramm, u.a. das Theaterstück "Rosa Winkel" des Dramatikers Martin Sherman im Staatstheater (14.03.-12.04.1985 )
Aktivisten der Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig (AHB) gründen im September 1985 die Braunschweiger AIDS-Hilfe.
Mitte der 80er Jahre fanden sich einige Elternpaare zusammen und treffen sich einmal im Monat in privaten Räumen.
Auf Initiative von Christoph Behrens wird das "Schwulenreferat im AStA der TU" gegründet.
Erster bekennender schwuler Parlamentsabgeordneter
1986
Die erste "Gay Pride"-Demonstration findet am 28.06.1986 mit ca. 200 Teilnehmenden in Braunschweig statt.
Die erste Coming-Out-Gruppe besteht zwei Jahre.
1987
Nach der Veröffentlichung eines Hetzblattes unter dem Titel "Klopfer der Woche" vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) kam es vermehrt zu Überfällen und Bedrohen von schwulen Männern, u.a. auf das Café San Francisco.(11. November 1987)
Die zweite Kundgebung in Braunschweig findet vor dem Hintergrund öffentlicher Hetze gegen Schwule ("Schuldige" an Verbreitung von AIDS) und Übergriffen aus der rechten Szene, u.a. auf das Café San Francisco in der Steinwegpassage, am Ringerbrunnen statt. Die Kundgebung ist die bundesweit erste Demonstration gegen wachsende antischwule Gewalt. (12.12.1987)
Prinzessin Diana eröffnet die erste Klinikabteilung zur Behandlung von AIDS-Kranken im Londoner Middlesex Hospital
Ein Gruppe rechter Skinheads randaliert und bedroht Gäste vor dem Café San Francisco in der Steinwegpassage. (17.11.1987)
Schon 1987 wurde versucht, den Verein für sexuelle Emanzipation als Dachorganisation für schwul – lesbisch – bisexuelle Gruppen in Braunschweig zu gründen. Die offizielle Gründung / Eintragung fand aber erst 1989 statt.
1988
Das Café Sonntag entwickelt sich zum allwöchentlichen Dreh- und Angelpunkt des (vor allem) schwul-lesbischen Lebens in der Löwenstadt. Freiwillige backen Kuchen und übernehmen sonntags den Kaffeedienst in den Räumen der Braunschweiger Aidshilfe in der Echternstraße 15.
Die Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig (AHB) stellt alle Aktivitäten ein.
Ursprünglich als "erste Messe für schwule Kultur in Norddeutschland" geplant, fand eine "überwiegend braunschweigische Veranstaltung" mit umfangreichem kulturellen Programm statt. Erstmals wurden Vertreter der Braunschweiger Schwulengruppen von Bürgermeisterin Leyla Onur im Rathaus empfangen. Die Abschlussparty in der Mensa der TU ("Die GAY-NORD-HUBS-Fete") war mit knapp 2.000 Gästen die bis dahin größte Veranstaltung in der queeren Geschichte Braunschweigs. (13.-19.06.1988)
Das Lokal "Atelier" in der Leonhardtstraße schließt.
1989
Die Jugendgruppe „Come Out“ wird von Hans-Peter Ehmke ins Leben gerufen und trifft sich in den Räumen des AStA der TU.
21.06.1989 Gründung VSE e.V. Schon 1987 wurde versucht, den Verein für sexuelle Emanzipation als Dachorganisation für schwul – lesbisch – bisexuelle Gruppen in Braunschweig zugründen. Die offizielle Gründung / Eintragung fand aber erst 1989 statt.
In der Mensa der Hochschule für bildende Künste (HBK) findet die erste Mandance statt. Die ersten beiden Veranstaltungen (11.03. und 15.07.1989) laufen unter dem Titel „Revolution’s Ball“ und werden vom schwulen Kulturprojekt First Out organisiert. Ab 1990 findet die Partyreihe zweimal im Jahr in der Mensa der TU statt und entwickelt sich zur größten „schwul-lesbischen Disco“ mit überregionalem Einzugsgebiet.
"Der französische Autor, Journalist und LGBTIQ+-Aktivist Didier Lestrade gehört zu den prominentesten Kämpfern gegen AIDS. ACT UP wurde 1987 in den USA gegründet."
Regelmäßige Treffen, Besichtigungen und Planungen und ein fertig unterzeichneter Mietvertrag für Räumlichkeiten am Kohlmarkt. Der Start war gut. Doch dann stornierte der Vermieter den Untermietvertrag. Der Makler hingegen bestand auf seine Provision, die ihm vor Gericht auch zugesprochen wurde. Das verbrauchte Vereinsmittel, war kräftezehrend und desillusionierend. Das Projekt wurde auf Eis gelegt.
1990
Anerkennung des Vereins Niedersächischer Bildungsinitiativen (VNB) als Landeseinrichtung der Erwachsenenbildung in Niedersachsen. (01.10.1990)
18.02.1990
Seit Juni 1990
1991
Die braunschweiger Regionalgruppe Homosexualität und Kirche (HuK) e.V. gründet sich in Braunschweig und tagt in der St. Albertus Magnus Gemeinde.
Gründung des Schwulen Forum Niedersachsen (SFN) (Herbst 1991)
1992
250 Männer- und Frauenpaare bestellen im März 1992 in vielen deutschen Städten das Aufgebot. Vergeblich. (März 1992)
Jugendgruppenkonzept für junge schwule Männer. (1992/1993)
1992 streicht die Weltgesundheitsorganisation WHO Homosexualität aus der Klassifikation der Krankheiten ICD.
Gründung einer schwulen Präventionsgruppe, die sich aktiv an der Präventionsarbeit der Braunschweiger AIDS-Hilfe beteiligen will. (10.03.1992)
1993
Erster Hollywoodfilm über Homophobie und AIDS.
Ab 1993 unter der (finanziellen) Trägerschaft des VSE e.V. – dann auch erreichbar unter bundeseinheitlichen Telefonnummer 19446 (mit Braunschweiger Vorwahl), die das Rosa Telefon noch etwas mehr zu einer gut frequentierten Beratungsstelle machte. Alle Berater*innen arbeiten ehrenamtlich.
1994
Am 4. Juni 1994 wird der 1872 eingeführte Paragraph 175 aus dem Strafgesetzbuch (StGB) – endlich! – gestrichen. Die verbliebenen §§174 bis 184g unterscheiden nicht nach Geschlechtern.
1996
Nach angelsächsischem Vorbild startete ein kleines Team ein schwul-lesbisches Straßenfest in Braunschweig. Sophie White und Daphne de Luxe sind die Stargäste auf der Bühne auf dem Platz an der Martinikirche (Eiermarkt). (10.08.1996)
Der VSE konnte dort Treffen organisieren. Unter dem Namen „Schwulenzentrum light“ währte die Hochzeit allerdings nur kurz. Mit Schließung des „Queers“ 1998 nacgre azcg das „Zentrum“ dicht.
Der VSE übernimmt den Mandance und ändert den Namen. Bis 1998 findet die Party weiterhin in der TU-Mensa statt. Dann wird diese abgerissen, für einen Neubau. Umzug in die Meier Music Hall.
1998
Das Angebot hat sich ins Internet verlagert
War 1998 mit der AIDS-Hilfe in die Eulenstraße 5 umgezogen. Doch, vielleicht auch hier durch die Verlagerung von Kommunikation und Kennenlernen ins Internet, verebbt der Besucherstrom. Frauen treffen sich für eine Zeit monatlich zum Frauencafé, das der Frauenkulturvereins „Spinsters“ ins Leben gerufen hat. Auch dort sinken die Besucherinnenzahlen.
1999
Anerkennung des Waldschlösschens als förderungsberechtigte Heimvolkshochschule nach dem nierdersächischen Erwachsenenbildungsgesetz (01.12.1999)
Die LesBiSchwule Jugendgruppe gründet sich 1999 und organisiert sich wetgehend selbst. Der VSE e.V. unterstützt die Arbeit finanziell. (April 1999)
2017
Das deutsche Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts ermöglicht seit dem 1. Oktober 2017 Personen gleichen Geschlechts, eine zivilrechtliche Ehe einzugehen. Das Gesetz änderte § 1353 Absatz 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Dieser hatte bis zum 1. Oktober 2017 folgenden Wortlaut: Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Seit dem 1. Oktober 2017 lautet die Vorschrift: Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.
